Sonntag, 5. Februar 2017

Seien wir mal ehrlich...

Ich mag Blogs wie >timschaefermedia.com< auf denen die Leser erfahren wie die Börse „wirklich“ funktioniert, ohne Versprechungen wie „160% Rendite in 4 Wochen“ oder „reich mit Optionshandel in nur 6 Monaten“. Der Autor Tim Schäfer propagiert hier die langfristige Buy & Hold Strategie und berichtet regelmäßig davon, wie er es geschafft hat finanziell frei zu werden. Die Vorgehensweise dabei ist eigentlich ganz einfach: Wenig konsumieren und viel sparen. Das Ersparte investiert man dann in Aktien bzw. ETF’s und lässt das Geld einfach 10, 20 oder mehr Jahre liegen. So weit so gut. Aber seien wir mal ehrlich….

…unnötigen Konsum runterzuschrauben ist das Eine. Das Andere ist ein puristisches Leben zu führen, wie es viele Blogger beschreiben die es geschafft haben sich reich zu sparen. Da wäre z.B. das Leben in WG’s oder bei Mutti um Mietkosten zu sparen. Das mag ja als Single ganz gut funktionieren. Aber spätestens, wenn man einen Partner  bzw. eine Partnerin hat will man ja auch zusammen leben oder? Wenn dann noch Kinder dazu kommen wird es (vor allem für junge Familien) richtig eng. So wächst z.B. die >Kinderarmut< in Deutschland von Jahr zu Jahr. Das ist auch kein Wunder wenn man berücksichtigt, dass in 2015 der >durchschnittliche Bruttojahresarbeitslohn<  bei gerade mal 32.643,00€ lag. Da ist überhaupt nicht daran zu denken, dass ein Elternteil zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert. Auch mit einer Halbtagsstelle, wird es nach Abzug von Miete oder Kredit für das Eigenheim und aller anderen Lebenshaltungskosten schwierig. Gehen beide Eltern Vollzeit arbeiten, braucht man eine Betreuung für die Kids. Das ist auch nicht gerade günstig.

Gehen wir davon aus, dass wir von einer Familie mit einem „Großverdiener“ sprechen der jährlich 60, 70 oder 80T€ verdient. Klingt auf den ersten Blick nach viel Geld und einem sorgenlosen Leben oder? Pustekuchen! Ab dem 4407. Euro, den ein Mensch monatlich verdient, zahlt dieser den Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Das entspricht einem jährlichen Bruttoeinkommen von rund 53T€. Hinzu kommen dann noch höhere Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung, Pflegeversicherung und so weiter. Das bedeutet, dass sogar eine Familie mit einem „Großverdiener“ nach Abzug der Lebenshaltungskosten (egal ob Eigenheimfinanzierung oder Miete, die Mieten sind in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass es hier kaum noch Unterschiede gibt) und Kinderbetreuung (wenn die Frau zu Hause bleibt, fällt das auch hierunter) tatsächlich am Existenzminimum leben kann. Besonders frustrierend ist es, wenn man nur knapp über der Grenze liegt. Den Umstand, dass man zwar brutto mehr verdient, durch höhere Steuern und gleichzeitig steigende Lebenshaltungskosten (Stichwort Inflation) nennt man übrigens >kalte Progression<.

Wie soll man da bitte noch als hart arbeitende Eltern 500,00€ oder mehr monatlich sparen können? Ich finde es ehrlich gesagt auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen in Deutschland die Meinung vertreten, dass Arbeiten gehen sich nicht lohnt. Das gilt auch für immer mehr Rentner die (trotz jahrzehntelanger Arbeit) von >Altersarmut< bedroht sind und als Rente gerade mal einen Betrag in Höhe der >Grundsicherung< erhalten. Das klingt jetzt alles ziemlich beschissen oder? Sorry für die Ausdrucksweise, aber das sind einfach alles Sachen die mich tierisch aufregen.

Trotzdem möchte ich euch hier Tipps geben wie ihr weiterhin über die Runden kommt und gleichzeit etwas sparen könnt. Für mich hat sich in den letzten Jahren nämlich eine Sache mehr bewährt als alles andere. Und zwar meide ich jegliche Art von Verträgen mit regelmäßigen Zahlungen wie der Teufel das Weihwasser. Klar, gerade im Bereich Versicherungen gibt es Sachen die man haben muss (wie z.B. eine Haftpflichtversicherung). Aber auch hier haben viele unnötige Versicherungen, die eigentlich nur Geld kosten und nichts bringen.
 
Was ich allerdings meine sind Sachen wie z.B.  Handyverträge. Nicht selten höre ich, dass hier Leute um die 50,00€ im Monat bezahlen. Damit könnte man schon einen ETF-Sparplan bedienen! Ein 100€ Smartphone + Prepaid-Karte tut es doch auch oder? Dazu kommt dann noch das iTunes-Abo, Pay-TV (Sky und/oder Netflix), das Zeitschriftenabo, der finanzierte Flachbildfernseher usw. Das ist übrigens auch ein gutes Stichwort. Vor kurzem habe ich gelesen, dass >Mediamarkt jetzt auch Elektrogeräte vermietet<. Meiner Meinung nach auch wieder eine neue Variante um uns zu mehr Konsum zu animieren. Wer das Geld nicht hat mietet halt eben….

Lange Rede kurzer Sinn, addiert man diese ganzen monatlichen Belastungen kommen schnell einige Hundert Euro im Monat zusammen. Wenn ihr auf den ganzen Kram verzichtet, könnt ihr locker mehrere hundert Euro monatlich in ETF-Sparpläne investieren ohne euch finanziell einschränken zu müssen. So klappt es dann auch mit der finanziellen Freiheit und dem passiven Einkommen.

In diesem Sinne – Viel Erfolg!

Euer Finanzblogger
Philipp

Beliebte Posts

Achtung!
Beim Handel mit Wertpapieren jeglicher Art besteht immer das Risiko vom Teilverlust bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Der Handel an der Börse erfolgt daher ausschließlich auf eigene Gefahr.

Hier gehts zu den rechtlichen Hinweisen