Dienstag, 8. November 2016

Als Privatperson in Kredite investieren

Wisst ihr was der Unterschied zwischen reichen Leuten, armen Leuten und der Mittelschicht dazwischen ist? Arme Leute haben entweder kein Geld und wenn Sie welches haben, geben sie es schnell wieder aus. Menschen die zur sog. Mittelschicht gehören, haben das „vermeintliche“ Wissen wie man mit Geld umgeht. Sie haben ihre Einnahmen und Ausgaben einigermaßen im Griff und bedienen brav ihre (Konsum-)Schulden.  Bedauerlicherweise haben die meisten hiervon allerdings nicht mal eine Summe von 3 Monatsgehältern auf der bekannten „hohen Kante“. Insbesondere in Deutschland finden sich in dieser Gruppe noch viele „Sparbuch-Sparer“. Das ist übrigens auch der Grund weshalb die Mittelschicht am allerstärksten von der EZB-Politik und der Niedrigzinsphase getroffen wird. Und jetzt sage ich euch, was reiche Menschen anders machen als die zwei vorherigen Gruppen.

Reiche Menschen haben irgendwann in ihrem Leben eines erkannt: Geld ist etwas das man nicht nur investieren sollte sondern muss. Es auszugeben ist schlecht, es zu sparen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber das Sparen alleine bringt euch weder finanzielle Freiheit noch ein passives Einkommen. Der einzige Weg finanziell unabhängig zu werden ist sein Geld in das >Produktivkapital< dieser Welt zu investieren. Und auch wenn wir keine Niedrigzinsphase hätten und es auf dem Sparbuch 4% oder mehr gäbe, wäre das keine Investition die euch irgendwann ein passives Einkommen generiert sondern nur eine mehr oder weniger gute Geldanlage.

Euer Anteil am Produktivkapital


Ein Weg um in das Produktivkapital dieser Welt zu investieren führt u.a. über die Börse. Wenn ihr meinen Blog bereits kennt wisst ihr, dass ich am liebsten in dividendenstarke Unternehmen weltweit investiere. Denn es sind schließlich Unternehmen die die Güter herstellen welche wir dann als Verbraucher konsumieren. Und als Investor dieser Unternehmen werden wir an deren Gewinnen in Form von Dividendenausschüttungen und Kursanstiegen beteiligt. Aber gehen wir noch einen Schritt weiter. Lassen wir mal Maschinen und Roboter außer Acht, sind doch die Mitarbeiter das wahre Produktivkapital. Denn ohne die Mitarbeiter in der Produktion und Verwaltung könnten die Unternehmen nichts produzieren und verkaufen. Daher möchte ich euch eine alternative Anlage- bzw. Investitionsmöglichkeit vorstellen die sich in den letzten 10 Jahren immer mehr etabliert hat.

Ich spreche vom sogenannten P2P-Kreditmarkt. Über unterschiedliche Plattformen (die beiden bekanntesten und führenden Anbieter sind Smava und Auxmoney) werden hier Kredite zwischen Privatpersonen ganz ohne eine Bank vermittelt. Daher auch die Bezeichnung P2P wegen „Private-to-Private“. Wir können also die Rolle einer Bank einnehmen und unser Geld direkt an andere Personen verleihen und dafür Zinsen kassieren. Eines der Hauptverkaufsargumente ist hierbei, dass wir als Anleger eine höhere Rendite als auf dem Sparbuch bekommen (laut Smava durchschnittlich 7%) und Leute die keinen Kredit bekommen, so die Möglichkeit haben an Kapital zu gelangen.

Das ist allerdings auch ein oft genanntes Argument der Gegner von Plattformen wie Smava. Es würden sich ja nur Leute als Kreditnehmer anmelden, die bei einer Bank keinen Kredit bekommen. Und daher sei es ein zu großes Risiko diesen Leuten Geld zu leihen. Klingt erstmal logisch oder? Allerdings kann ich euch aus eigener Erfahrung in der Finanzbranche sagen, dass es gerade heutzutage sehr häufig zu teilweise unberechtigten Kreditablehnungen bei Banken kommt. Es gibt z.B. sogenannten Risikogruppen wie Selbstständige/Freiberufler und Rentner die es generell sehr schwierig haben an Kredite zu kommen. Egal wie gut die Bonität ist. Hier stellen die Banken teilweise unrealistisch hohe Anforderungen an das Eigenkapital und oder Sicherheiten.

Risiko und Absicherung


Dennoch besteht natürlich das Risiko, dass der entsprechende (euer) Kreditnehmer seine Schulden nicht bis zum Ende bedienen kann. Demgegenüber steht die Tatsache, dass die Ausfallquoten aktuell (November 2016) mit unter 3% (laut Auxmoney) ziemlich gering sind. Außerdem bietet das Portal Smava  (soweit ich weiß als einziger Anbieter) eine Absicherung in Form eines Ausgleichspools. Das bedeutet, dass man in eine Bonitätsgruppe investiert (also in mehrere Kredite). Dies geschieht über sogenannte Anleger-Pools. Dadurch wird ein Totalverlust eines Kreditausfalls zwar verhindert, die Rendite aber auch geschmälert. Denn auch hier gilt je höher die Rendite desto höher das Risiko. Und es ist schwer einzuschätzen wie das Absicherungssystem funktioniert, wenn es mal wieder schwierige wirtschaftliche Zeiten geben sollte und die Ausfallquoten ansteigen.

Generell gehe ich allerdings davon aus, dass das Risiko weder höher noch niedriger ist als z.B. am Markt für High-Yield-Unternehmensanleihen (sog. „Junk Bonds“). Und Anleihen mit einem sehr guten Rating werfen nicht mal ansatzweise Renditen von 5% - 10% ab. Daher ist auch im P2P-Markt >Diversifikation< ein entscheidender Faktor.

Gebühren beim Marktführer Smava


Was man ebenfalls berücksichtigen sollte sind die Gebühren die auf einen als Anleger zukommen. Bei Zustandekommen eines Kreditvertrags wird bei Smava z.B. eine einmalige Gebühr von 1,35% fällig. Hinzu kommt eine monatliche Service-Gebühr von monatlich 0,50€ pro Anleger. Diese ist aber fix, egal wie viel ihr anlegt. Legt ihr nur den Mindestbetrag von 250,00€ über 36 Monate an, frisst die monatliche Gebühr von 18,00€ (= 36 x 0,50€) je nach Verzinsung fast die gesamte Rendite. Ab 1.000,00€ Anlagebetrag wird der Anteil der monatlichen Gebühren an eurer Rendite immer geringer. Hier verhält es sich also anders als bei Fonds oder ETF’s mit einer fixen prozentualen jährlichen Managementgebühr, die mit der Höhe des investierten Kapitals steigt.

Fazit


Anleger und Investoren die den Aktienmarkt insbesondere wegen dem Auf und Ab an den Börsen scheuen, finden in P2P-Krediten eine alternative Anlageform mit überschaubaren Risiken und sehr ordentlichen Renditen. Man weiß ganz genau in welchen Zeitraum (üblich sind als Laufzeiten 36, 60 oder 84 Monate) man sein Geld (hoffentlich) wieder bekommt und wie die Verzinsung bzw. Rendite ausfällt. Aktuell sind die Risiken eines Totalverlustes mit Blick auf die relativ geringen Ausfallquoten überschaubar.

Was mir persönlich nicht gefällt ist, dass man (im Gegensatz zu Investitionen z.B. in Dividenden-ETF’s) kein langfristiges passives Einkommen generiert. Denn nach der vereinbarten Laufzeit habt ihr das zurückgezahlte Geld erstmal wieder auf dem Konto. Natürlich hat man die Möglichkeit sein Kapital wieder in neue Kredite zu investieren, dennoch ist das meiner Meinung nach nicht dasselbe wie eine Beteiligung an einem Unternehmen in Form von Aktienanteilen.

Hinzu kommt, dass natürlich immer mehr Anbieter auf diesen Zug aufspringen und etwas vom Kuchen abhaben wollen. Ich persönlich würde empfehlen euch an die großen etablierten Anbieter zu halten. Viele wissen z.B. nicht, dass das Kreditvergleichsportal Smava bereits 2007 als P2P Kreditmarktplatz gegründet wurde und zu einem der ältesten >Fintechs< in Deutschland gehört. Mit Blick auf die lange Erfahrung und die einzigartige Absicherung im P2P Bereich wäre Smava daher meine erste Wahl.

Wie immer gilt, es kommt auf eure eigene Initiative an. Macht euch schlau und entscheidet selbst, ob P2P Kredite eine interessante Alternative für euch sind.

Euer Finanzblogger Philipp




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