Samstag, 29. Oktober 2016

Was sind Einkommens-Aktien (Dividendenaristokraten)?

Viele denken beim Investieren an der Börse ginge es nur darum, dass nach dem Kauf der Aktienpreis steigt getreu dem Motto „günstig kaufen und teurer wieder verkaufen“. Von daher werdet ihr überrascht sein, dass sich der Preis einer Aktie gar nicht stark verändern muss damit ihr trotzdem ein stetiges Passives Einkommen generiert. Bei diesen Anlagen spricht man von sog. Einkommens-Aktien oder auch Dividendenaristokraten.

Deshalb möchte ich in diesem Artikel mit euch Mal schauen, was man über Einkommens-Aktien bzw. Dividendenaristokraten wissen sollte.

Sie zahlen regelmäßig eine Dividende


Wie der Name Dividendenaristokrat schon sagt ist eines der Hauptkriterien, dass diese Unternehmen regelmäßig eine Dividende an Ihre Aktionäre ausschütten. Im besten Fall, werden diese Dividendenzahlungen auch kontinuierlich erhöht. Da ihr hierdurch ein passives Einkommen erhaltet, bezeichne ich diese Unternehmen auch als Einkommens-Aktien. Ein Beispiel hierfür ist bspw. Der Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble, der seit über 100 Jahren konstant Dividenden zahlt und diese auch immer wieder erhöht hat.

Genau diese regelmäßigen und stetig wachsenden Auszahlungen in Form von Dividenden machen die Aktien solcher Unternehmen so attraktiv, wenn man langfristig an der Börse ein passives Einkommen generieren will. Reinvestiert man die gezahlten Dividenden während der Ansparphase, wächst das Vermögen umso schneller.

Meistens handelt es sich um große Unternehmen bzw. Konzerne


Bei einem Dividendenaristokraten kann es sich theoretisch um ein Unternehmen aus jeder Branche handeln. Meistens stammen diese aber aus den Bereichen Immobilienverwaltung, Energiesektor, Versorgungsunternehmen (alles was mit Versorgung zu tun hat wie z.B. Wasserversorung, Nahrungsmittel und andere nichtzyklische Konsumgüter) sowie aus dem Finanzsektor. Andere bekannte Beispiele sind Konzerne wie Johnson & Jonson (USA), Unilever (Europa, NL), Nestlé (Schweiz).

Was den Finanzsektor angeht, versuche ich diesen so gut wie möglich zu meiden. Allerdings ist dieser in dem ein oder anderen Dividenden-ETF vertreten da viele Banken in den letzten Jahren fleißig Dividenden gezahlt haben.

Sie machen ihr Geschäft schon seit Langem


Ganz allgemein gesagt kann man folgende Regel festhalten. Umso weniger etabliert ein Unternehmen ist, desto größer ist die Chance von schnellen und sehr hohen Gewinnen. Gerade wenn wir uns den Tech-Sektor anschauen fallen mir da sofort Namen wie Facebook, Amazon, Tesla u.a. ein. Deren Kurse haben sich in den letzten Jahren mehr als vervielfacht. Daher würde man diese Unternehmen eher als Growth- bzw. Wachstums-Aktien bezeichnen.

Dividendenaristokraten hingegen haben in der Regel ein etabliertes Geschäftsmodell, dass sie schon sein Jahrzehnten oder noch länger erfolgreich betreiben. Oft vertreiben diese Unternehmen daher Güter die nie aus der Mode kommen und bei jeder Wirtschaftslage benötigt bzw. gekauft werden (Nahrungsmittel, Pampers usw.). Diese Güter bezeichnet man auch als nichtzyklische Konsumgüter.

Die Gewinne steigen jährlich nur noch moderat


Mit Blick auf die oft gefestigte Marktposition und hohe Marktdurchdringung von klassischen Dividendenaristokraten kommt ein schnelles und starkes (Umsatz-)Wachstum bei diesen Unternehmen nur noch selten vor. Das ist aber auch gleichzeitig der Grund dafür, warum die regelmäßigen und hohen Dividendenzahlungen möglich sind. Denn hohe Kosten für Investitionen, Forschung und Entwicklung sind meistens nicht mehr so nötig wie bei Wachstumsaktien. Deshalb können es sich die Dividendenaristokraten auch leisten uns als Aktionäre an den Unternehmensgewinnen zu beteiligen

Dividendenaristokraten sind eine Alternative zu anderen festverzinslichen Wertpapieren


Seien wir mal ehrlich: Sparbuch, Tagesgeldkonto und Co. kann man mittlerweile vergessen. Man kann froh sein, wenn es überhaupt noch Zinsen gibt. Auch im Bereich der Anleihen sieht es schlecht aus. Viele Staatsanleihen (insb. von Industrieländern) sind, je nach Laufzeit, im negativen Bereich. Und auch im Bereich von Unternehmensanleihen muss man sich mit sog. „Junk Bonds“ (also Anleihen von Unternehmen mit einem "schlechten" Rating) beschäftigen, wenn man eine vertretbare Verzinsung erhalten möchten. Hinzu kommt das Risiko von möglichen Zinserhöhungen, die sich wiederum negativ auf den Anleihenmarkt auswirken würden.

Warum das aktuelle Niedrigzinsumfeld so ein Riesenproblem für uns Sparer ist sieht man auch in diesem 3Sat-Bericht >Die Zinsfalle<.

Sie zeichnen sich durch eine niedrige Volatilität aus


Eines haben die Aktienkurse weltweit gemeinsam: Sie schwanken, mal hoch mal runter. Diese Schwankungen bezeichnet man auch als sog. Volatilität. Langfristig tendieren die Kurse allerdings immer zurück zum Mittelwert. Es gibt aber gravierende Unterschiede, wie stark diese Schwankungen ausfallen. Man spricht dann eben von einer hohen oder geringen Volatilität. Klassische Dividendenaristokraten zeichnen sich durch eine vergleichsweise geringe Volatilität aus. Bei Markteinbrüchen fallen die Verluste in der Regel daher im Vergleich zum Gesamtmarkt geringer aus. Gleichzeitig bleiben Sie in sehr starken Marktphasen von den reinen Kursgewinnen mit ihrer Performance meist hinter anderen Werten wie Growth- und Value-Aktien.

Es gibt Fonds und ETF’s die sich auf Dividendenaristokraten spezialisiert haben


Natürlich kann man bei ausreichender Recherche und genügend Kapital losziehen und sich ein Portfolio mit entsprechenden Dividenden-Aktien zusammenstellen. Bei „kleineren“ Anlagesummen eignen sich insbesondere mit Blick auf die >Diversifikation< allerdings eher Fonds oder noch besser ETF’s. Ich selbst habe z.B. ein Portfolio welches hauptsächlich aus Dividenden-ETF’s besteht. Eine Auflistung mit detaillierten Infos zu diesen ETF’s findet ihr >hier<.

Resümee


Bei einem vergleichsweise geringen Risiko können Dividenden-Aktien oder ETF’s eine gute Alternative zu anderen festverzinslichen Wertpapieren darstellen. Außerdem kann man hiermit mittel- bis langfristig tatsächlich ein echtes passives Einkommen generieren. Vor temporären Kursverlusten geschützt ist man mit Dividendenaristokraten natürlich auch nicht. Zusätzlich gehen Erfolgsgeschichten wie Amazon, Facebook, Google, Apple etc. an einem vorbei wenn man sich ausschließlich auf Dividendenaristokraten konzentriert. Daher liegt es letztendlich natürlich an euch selbst zu entscheiden, wie ihr euer eigenes Depot aufstellen wollt. Denkbar wäre z.B. auch eine Mischung aus Dividenden-ETF’s und Growth- bzw. Wachstumsaktien-ETF’s.

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