Dienstag, 25. Oktober 2016

Verzweifelte Banker und Politiker

Die Niedrigzinspolitik der EZB als Ausrede für das Ausnehmen der Kunden


In der aktuellen Sendung „Hart aber Fair“ im Ersten ging es um das aktuelle Niedrigzinsumfeld und die daraus resultierenden Probleme für die Banken (>Hier geht's zur Aufzeichnung vom 24.10.2016<). Ziemlich gut gefallen hat mir auch >diese Kritik< als Artikel auf der Online-Seite vom Handelsblatt. Der Autor hat sich hier u.a. über die „jammernden Banker“ und ratlosen Politiker lustig gemacht. Eigentlich wäre das dumme Geschwätz auch zum Lachen, wenn die Konsequenzen für uns Bürger nicht so gravierend und fatal wären.

So verbrennt unser Geld auf dem Bankkonto

Den meisten Zuschauern ist nämlich anscheinend nicht ganz bewusst, was die Beteiligten wie der Chef des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken, Uwe Fröhlich und der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, mit ihren Aussagen tatsächlich gesagt haben. Da wurde auf der einen Seite mit der „Niedrigzinspolitik der EZB“ gerechtfertigt, dass die kostenfreien Girokonten abgeschafft und Gebühren immer weiter erhöht werden. Am krassesten war für mich die Aussage von Thomas Mayer, dass „die Kunden Negativzinsen emotional gar nicht verkraften würden, daher müsse man alternativ die Gebühren erhöhen”.

Ist euch klar, was das bedeutet? Er hat damit ganz deutlich zugegeben, dass die Banken schon jetzt die Negativzinsen an uns alle weitergeben. Das ganze geschieht allerdings quasi „unter dem Radar“ indirekt über Gebühren. Ich muss das nochmal in aller Deutlichkeit sagen: Unser Geld schmilzt auf dem Konto nicht nur durch die Inflation, sondern wir zahlen auch Zinsen dafür, dass es auf dem Bankkonto rumliegt!!! (>Die Welt: Banken holen sich heimlich Strafzinsen beim Kunden<)Wer jetzt noch der Meinung ist, dass seine Altersvorsoge in Form eines Finanzvertrages, abgeschlossen bei der Hausbank, sicher ist, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

Das Verrückte ist, dass immer noch ein Großteil der Deutschen ihre gesamten Ersparnisse auf dem Konto rumliegen lässt. Blöderweise ist eines der Hauptargumente, dass das Geld ja hier wenigstens sicher wäre und nicht weniger wird. Tja, blöd gelaufen. Denn Fakt ist, dass unser Geld auf dem Bankkonto sukzessive vernichtet wird. Das einfach zu ignorieren könnte man schon fast als fahrlässig bezeichnen. Und was macht die Politik? Die ist genauso rat- und hilflos wie die lieben Banker. Da werden dann zur Altersvorsorge so nutzlose Produkte wie Riesterverträge und Bausparverträge gefördert.

Ok ich gebe zu, dass das jetzt alles ziemlich negativ und deprimierend klingt. Aber die Wahrheit tut eben manchmal weh. Die Wahrheit zu akzeptieren ist allerdings auch der erste Schritt um einen besseren Weg gehen zu können. Und da ihr gerade diesen Artikel lest, gehört ihr zu den (leider noch wenigen) die erkannt haben, dass man seine Finanzen in die eigene Hand nehmen muss. Nichts zu tun und abzuwarten, ist leider der völlig falsche Weg.

Ich könnte an dieser Stelle von der so oft erwähnten „Alternativlosigkeit von Aktien“ anfangen. Diese Laier möchte ich jetzt aber nicht schon wieder rausholen. Sein Geld an der Börse anzulegen ist definitiv eine gute Möglichkeit. Es gibt aber auch andere Varianten wie z.B. Gold, Silber, Immobilien und andere Sachwerte. Ein schöner Nebeneffekt ist es natürlich, wenn man mit seiner Anlage auch noch ein passives Einkommen in Form von z.B. Dividenden, Zinsen oder Mietzahlungen generiert.

Egal was ihr macht. Fangt einfach an euch mit dem Thema Geldanlage und Steuern zu beschäftigen. Im besten Fall sucht ihr euch einen Mentor, der sich schon gut auskennt und euch helfen bzw. beraten kann (und damit meine ich NICHT den Berater eurer Hausbank!). Das Schlimmste wäre nichts zu tun. Dann habt ihr schon verloren…

Euer Finanzblogger
Philipp

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