Sonntag, 10. Juli 2016

Was sind gute Goldhühner (Dividendenaristokraten) Teil 2



In Teil 1 sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir uns Mal die sogenannten Dividendenaristokraten anschauen sollten, wenn wir unser Ziel eines langfristig passiven Einkommens erreichen möchten.

Als erstes würde ich euch daher gerne eine allgemeine Definition präsentieren. Das gestaltet sich allerdings insofern schwierig, dass es inbesondere zwischen Euroland und USA schon verschiedene Auffassungen gibt wann man ein Unternehmen als Dividendenaristokraten bezeichnen kann. Einig ist man sich nur in dem Punkt, dass es bei den Dividendenzahlungen eine gewisse Kontinuität über einen längeren Zeitraum geben muss. Und insbesondere bei dem Zeitraum gehen die Meinungen schon Auseinander.

Um sich in den USA mit dem Titel Dividendenaristokrat schmücken zu können, muss ein Unternehmen mindestens 25 Jahre lang nicht nur die Dividende kontinuierlich gezahlt sondern auch erhöht haben. Es gibt neben dem (Welt-)Leitindex S&P 500 sogar einen eigenen Index der diese Unternehmen aufführt. Es handelt sich hierbei um den S&P 500 Dividend Aristocrates. Wenn man sich diesen genauer betrachtet, fällt einem schon die erste Schwierigkeit auf der Suche nach geeigneten Unternehmen auf. Die hier gelisteten Firmen sind nämlich nicht in Stein gemeißelt. Jährlich fliegen einige aus dem Index raus, und dafür werden andere aufgenommen. Es gibt aber auch „Perlen“ darunter die schon seit Jahrzehnten oder noch länger im Index vertreten sind. Beispiele hierfür sind:
  • Procter & Gamble (ISIN: US7427181091)
  • McDonalds (ISIN: US5801351017)
  • Coca Cola (ISIN: US1912161007)
  • AT&T (ISIN: US00206R1023)
  • Philip Morris (ISIN: US7181721090)
  • Johnson & Johnson (ISIN: US4781601046)
Besonders hervorzuheben ist hier z.B. der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble, der schon seit 121 Jahren!!! ununterbrochen eine Dividende zahlt und diese sogar bereits seit 1957 konstant erhöht hat. 

In Deutschland sind solche Dividendentitel rar gesät. Das hängt zum Teil mit der kaum vorhandenen Aktienkultur zusammen (Aber hey, wenn ihr das hier gerade lest, dann gehört ihr zu den wenigen Leuten in unserem Land die ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen. Herzlichen Glückwunsch!) und der im Vergleich zu den USA immer noch geringen Relevanz von Aktien für die Altersvorsorge. Daher war es bisher für viele Unternehmen in Deutschland auch keine Priorität regelmäßig Dividenden auszuzahlen und schon gar nicht diese kontinuierlich zu erhöhen. Durch die anhaltende Niedrigzinsphase zeichnet sich hier allerdings eine Trendwende ab. Europäische Beispiele für Dividenenaristokraten sind u.a.:
  • LVMH (ISIN: FR0000121014)
  • Nestlé (ISIN: CH0038863350)
  • Philip Morris (ISIN: US7181721090)
  • Siemens (ISIN: DE0007236101)
  • Münchener Rückversicherung (ISIN: DE0008430026)
Grundsätzlich wird ein breit gestreutes Dividendenportfolio aber immer USA-lastig sein. Dennoch macht es natürlich Sinn mit Blick auf eine ausreichende Diversifikation weltweit in Aktientitel zu investieren.

Welche Voraussetzungen muss nun ein Dividendentitel erfüllen um sich einen Platz in unserem Portfolio zu sichern? Zur Beantwortung dieser Frage sollten wir uns noch Mal Procter & Gamble anschauen. Denn dieses Unternehmen erfüllt meiner Meinung nach alle wichtigen Punkte um der perfekte Dividendenaristokrat zu sein.

1.       Es ist zwar ein US-Konzern, der allerdings in über 70 Ländern vertreten ist (also geographisch schon mal breit gestreut)
2.       Das Unternehmen wurde bereits vor über 100 Jahren gegründet. Man kann also definitiv von einem soliden Geschäftsmodell das sich bewährt hat sprechen.
3.       Bei P&G handelt es sich um einen Konsumgüter-Konzern (Bekannte Marken sind z.B. Pampers Windeln, Ariel Waschmittel, Gilette Rasierer etc.). Klingt auf den ersten Blick ziemlich langweilig? Diese Produkte wurden und werden von den Menschen auf der ganzen Welt konsumiert. Und „Konsumieren“ bedeutet nun Mal etwas zu verbrauchen und dann wieder neu zu kaufen. Als Investor also gar nicht mal uninteressant.
4.       Wie bereits erwähnt, zahlt P&G bereits seit über 100 Jahren konstant Dividenden an seine Aktionäre aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass das in Zukunft fortgesetzt wird ist also recht hoch.

Auf eine Besonderheit bei Dividendenaristokraten möchte ich euch noch hinweisen: In Bullenmärkten (also insgesamt am Markt steigende Kurse), schießen die Kurse in der Regel nicht so in die Höhe wie bei Unternehmen die gerade im Trend sind (z.B. heutzutage Google, Facebook, Apple etc.). In Bärenmärkten (also fallende Preise an den Aktienmärkten) fallen die Kurse nicht so stark wie bei den „Trendaktien“. Bei Procter & Gamble zum Beispiel ist es ja so, dass die verkauften Konsumgüter immer benötigt werden. Egal ob wir eine wirtschaftlich starke oder schwache Phase haben. Also brechen die Umsätze nicht so stark ein wie bei Unternehmen die Güter verkaufen die nicht für das tägliche Leben benötigt werden.

In zukünftigen Posts werde ich euch Möglichkeiten zeigen, wie ihr auch als Kleinanlger einfach in Dividendenaristokraten investieren könnt. Prinzipiell gilt: Es gibt verschiedene Möglichkeiten Dividenden Aristokraten zu besparen über Aktien, aktive Fonds, passive Indexfonds (ETF´s) z.B. als Sparpläne oder Einmalinvestitionen. Dazu später mehr.

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