Montag, 18. Juli 2016

Rendite VS Kosten


Als Anleger, Investor, Trader etc. ist man in erster Linie immer auf der Jagd nach der höchsten Rendite. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aber reicht eine hohe Rendite alleine wirklich aus um finanzielle Freiheit zu erreichen? Gerade wenn man das Ziel verfolgt an der Börse mit Dividenden ein regelmäßiges passives Einkommen zu generieren, gibt es einen wesentlichen Punkt der von den meisten vergessen wird. Und zwar die Kosten. Dabei geht es nicht nur um die Anschaffungskosten (also Kaufgebühren). Denn insbesondere über einen langen Anlagezeitraum können die laufenden Kosten ein echter Renditekiller sein.

Gerade als Kleinanleger (mit einer Anlagesumme bis 20.000,00€) macht es ja Sinn in Fonds anstatt in Einzelaktien zu investieren. Hierdurch erreicht man eine hohe Diversifikation, und damit Risikostreuung, die man mit Einzelaktien auf diesem Niveau gar nicht erreichen könnte. Außerdem fallen beim Fondskauf nur einmalig die Anschaffungskosten an. Würde man sich seinen eigenen Aktienkorb zusammenstellen, müsste man pro Unternehmen (von dem man Aktien kauft) Gebühren zahlen.

Dennoch gibt es bei einem klassischen Fonds darüber hinaus, einen ganzen Haufen an Kosten die man als Anleger bezahlen muss. Hier seht ihr die Anteile der durchschnittlichen Fondskosten in Deutschland.

Fondskosten

Die Fondskosten werden übrigens oft auch als Total Expense Ratio (kurz TER) ausgewiesen. Das blöde ist nur, dass in dieser (auch Gesamtkostenquote genannten) Position nicht alle Kosten inkludiert sind. Nicht enthalten sind z.B. die Ausgabeaufschläge, Bank– und Depotgebühren, Performance–Gebühren und Transaktionskosten. Wie ihr seht, machen diese Kosten fast 50% der gesamten Kosten aus. Kleiner Tipp: Falls ihr mal ein fondsgebundenes Finanzprodukt erwerben solltet (z.B. Riesterrente [-> lasst euch bloß nicht so einen Müll andrehen…warum lest ihr >hier< und >hier<]) fragt unbedingt nicht nur nach der TER, sondern denkt auch an die anderen Kosten. Leider werden euch die meisten Verkäufer nicht die kompletten Kosten auflisten können oder wollen….ein Schelm wer hier böses denkt.

Das Schöne an unserer Investmentstrategie ist, dass wir ausschließlich auf passive Indexfonds bzw. ETF’s mit Dividendenaktien setzen. Wenn man es clever anstellt (z.B. über Sparpläne) entfällt schon ein Großteil der vorhin genannten Kosten (es gibt z.B. für ETF’s normalerweise keine Ausgabeaufschläge). Und da ETF’s ja passive Indexfonds sind, fallen auch die Managementgebühren und Verwaltungsgebühren deutlich geringer aus.

Jetzt könnte man sich natürlich fragen „macht es denn wirklich so viel aus ob bei meinem Fonds laufende Kosten von 0,5%, 1,5% oder 2,5% anfallen?“. Diese Frage ist auch durchaus berechtigt. Auf den ersten Blick sieht das nämlich nicht nach einem großen Unterschied aus. Und bei kurzen Zeiträumen ist die Auswirkung tatsächlich nicht so gravierend. Doch umso länger der Investitionszeitraum, desto krasser wird der negative Effekt auf eure Rendite. Andersrum kann man auch sagen, dass umso geringer die laufenden Kosten sind, desto positiver die Auswirkung auf die Rendite ausfällt. Die folgende Grafik macht euch die Wirkung von Verwaltungskosten insbesondere bei langen Zeiträumen deutlich.

Auswirkung von Kosten auf die Rendite
Berücksichtigt man jetzt noch, dass klassische Fonds im Durchschnitt laufende Gebühren von 1% – 3% haben und ETF’s zwischen 0,1% - 0,9% wird klar, warum passive Indexfonds mittlerweile so beliebt sind. Die schlechte Performance vieler Fondsmanager tut ihr Übriges dazu. An dieser Stelle auch nochmal der Hinweis auf die Anschaffungskosten von klassischen Fonds wie Ausgabeaufschlag, Agio und natürlich auch die Verkaufsprovisionen. Bei fondsgebundenen Riesterverträgen zahlt man z.B. oft die ersten Jahre mit den Beiträgen nur die Gebühren ab. Meiner Meinung nach eine Riesenschweinerei…aber das ist ein anderes Thema.

Festzuhalten bleibt, dass wir als Dividenden-Investoren mit dem Ziel der finanziellen Freiheit nicht nur die Rendite im Auge behalten sollten, sondern auch die Kosten. Denn auch bei ETF’s gibt es hier durchaus Unterschiede. In einem meiner nächsten Beiträge werde ich euch daher zeigen worauf ich grundsätzlich bei einem ETF achte und wie ihr diese Informationen schnell herausfinden könnt.

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